Warum der Biber rote Zähne hat

Es ist allgemein bekannt, dass der NVV Aadorf nicht nur den Schutz der Vögel auf die Fahne geschrieben hat, sondern sich auch für den Erhalt und mehr Biodiversität vor der eigenen Haustür einsetzt. Am Werbestand des NVV Aadorf auf dem Aadorfer Weihnachtsmarkt 2017 vom 9. Dezember war dann auch einmal mehr nicht ein Vogel, sondern unser treues Biberpräparat der Hingucker, Magnet und Liebling der Kinder. Er wurde gestreichelt, sogar liebkost, begutachtet, besonders seine Dimension bewundert, aber auch bemitleidet. Wie bei jeder Ausstellung tauchten auch hier wieder die gleichen zwei Fragen auf: Wie kam dieser Biber zu Tode und warum hat er so rote Zähne. Diese beiden Fragen werden immer wieder in einen Zusammenhang gestellt und sollten einmal gelöst werden.

Wie kam der Aadorfer Biber zu Tode?

Schon im Januar 2005 entdeckten einige Naturschützer an der Lützelmurg Biberspuren, konnten es aber noch unter dem Deckel halten. Die Bevölkerung sollte präventiv auf das Wiedereintreffen des Nagers vorbereitet werden. In diesem Zusammenhang verpflichtete der NVV Aadorf auf die GV 2005 Mathis Müller, eine Koryphäe in Sachen Biber, für einen Vortrag. Mit Bildern, aber vor allem mit Präparaten erklärte Mathis Müller das Wunder Biber und gab Tipps für einen erfolgreichen Umgang mit dem Neuankömmling. Wie prognostiziert wurden die Biberspuren entlang der Aadorfer Lützelmurg zahlreicher und damit auch offensichtlicher. Im frühen Sommer 2010 tauchten die ersten Biber an der Lützelmurg beim Bahnhof Aadorf auf und setzten die Wanderung Richtung Tänikon fort.  Ein Individuum wollte ganz bequem die Abkürzung über den Freihofparkplatz, knapp an der kürzlich ausgeflogenen Platane vorbei ins Areal der Griesser nehmen. Als der Biber die Tänikonerstrasse überquerte, wurde er von einem Auto erfasst und getötet. NVVA Präsident Geri Schwager konnte den Kadaver sichern, gab eine formaldehydfreie Präparation in Auftrag und bald einmal konnte der NVV Aadorf das nicht ganz billige, aber dafür umso wertvollere Präparat den Schulen Aadorf übergeben. Die Idee war und ist es, mit diesem Präparat die obengenannte Prävention zu erwirken. Gerade jetzt, beim Einsatz am Stande des Weihnachtsmarktes konnte der NVV Aaadorf feststellen, dass er diese Erwartungen zu 100% erfüllt und darum der tragische Tod dieses Bibers aus der Population Lützelmurg fast schon eine Happy End hat. 

Warum hat der Biber so rote Zähne?

Das war die Frage an unserem, von Katja Polachowski ausgedachten Wettbewerb. Wir können gleich sagen, dass es keine Blutspuren sind, sondern eine Eigenschaft, die den Biber zum König der Nager macht:

Der Europäische Biber hat (wie alle Nagetiere) vergrößerte und ständig wachsende Schneidezähne. Der Zahnschmelz besteht wie bei allen Landsäugetieren zum Großteil aus dem anorganischen Hydroxylapatit. Die Vorderseite der Zähne ist neben Calcium, Magnesium und anderer Ionenverbindungen zusätzlich mit Eisen und Eisenverbindungen verstärkt, weshalb die Zähne von vorne oftmals orange-rot gefärbt sind. Auf der Hinterseite der Zähne fehlen diese Eisenverbindungen, wodurch die Frontseite der Zähne viel härter ist und sich nicht so schnell abnutzt wie die Hinterseite der Zähne. Dies führt beim Nagen an Holz zu einem natürlichen Selbstschärfeeffekt, welchen man sich unter anderem in der Bionik beim Schreddern zunutze macht. Im Gegensatz zu den vier Nagezähnen wachsen die sechzehn Backenzähne des Bibers nicht das ganze Leben lang nach, sondern werden – wie beim Menschen – vom Milchgebiss zum bleibenden Gebiss gewechselt.” (Wikipedia)  

70 Standbesucher, die am Wettbewerb teilnahmen machten das Kreuz an der richtigen Stelle. Lena, die Tochter von Katja durfte die Gewinner ziehen und machte das unter der “notariellen” Aufsicht der Eltern mit Bravour: 

  • Aylin Bischofberger Aadorf gewinnt eine Becherlupe für junge ForscherInnen
  • Mia Graf Aadorf gewinnt einen Honig aus Bio-Imkerei

Den GewinnerInnen wird der Preis nächste Woche von Lena und Katja persönlich überreicht. 

Der Vorstand des NVV Aadorf dankt allen Besuchern und Teilnehmer ganz herzlich und würde sich freuen, wenn wir Sie von unserer Arbeit und unseren Anliegen so überzeugen konnten, dass wir Sie demnächst an einem unserer Anlässe begrüssen dürften. 

2 Kommentare

  1. Andi, ihr vom NVVA (und vor allem auch du persönlich) macht das mit der Öffentlichkeitsarbeit echt super. Mein grosses Kompliment. Der Verein gewinnt Profil und wird wahrgenommen. Hoffentlich zahlt sich dieser Einsatz auch aus in der Mitgliederzahl und den aktiven Teilnehmern an den Anlässen.
    Die von der Politischen Gemeinde formulierten Ziele (Leitbild auf der Webseite http://www.aadorf.ch) geben euch recht mit der Zielrichtung, die Biodiversität zu fördern und Lebensräume zu erhalten oder weitere zu schaffen.
    Zitat: “Die von der Gemeinde betriebene Umweltpolitik dient der Erhaltung der Lebenselemente Wasser, Luft und Boden.
    Wichtige Lebensräume für Menschen, Tiere und Pflanzen sollen erhalten und ausgeweitet werden. Renaturierungsmassnahmen von privater Seite werden begrüsst.”
    Damit ihr eure Anliegen aber auch in der Gemeindepolitik direkt und verstärkt einbringen könnt, wäre eine Vertretung des Vorstandes in der entsprechenden Kommission unbedingt wünschenswert. Warum die Umwelt beim Tiefbau angesiedelt ist und nicht bei Raumplanung, Hochbau und Flurwesen, hat wohl mit der Organisation und weniger mit dem Inhalt zu tun und ist leider der Sache nicht sehr dienlich.
    Es wäre aus meiner Sicht daher dringend erwünscht, dass sich ein Vorstandsmitglied bei der nächsten Gelegenheit für die Kommissionsmitarbeit zur Verfügung stellt, sofern eine solche Person gefunden werden kann.

  2. Christian Ambühl, Wittenwilerstr. 22b, 8355 Aadorf

    Meine Erkenntnisse und Ergänzungen:
    Der Biber ist mindestens seit 1995 an der Lützelmurg im Bereiche des Aatahls. Zwischenzeitlich habe ich viele Videoaufnahmen und mehrere Filme über sein Leben hier am Bach.

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