Zeitung | Bericht Dorfzytig Aawangen-Häuslenen – Gartenideen für mehr Artenvielfalt – Natur und Leben im eigenen Grün fördern

Beitrag in der Dorfzytig Aawangen-Häuslenen mit freundlicher Genehmigung durch die Redaktion.

Ein naturnah gestalteter Garten schafft wertvolle Lebensräume für Tiere und fördert die Artenvielfalt. Schon kleine Anpassungen wie wilde Ecken, heimische Pflanzen oder Wasserstellen verwandeln das eigene Grün in eine lebendige Oase für Mensch und Natur.

Warum naturnahe Gärten wichtig sind

Vielen Menschen bieten Gärten einen ruhigen Rückzugsort von einer immer hektischeren Welt. Aber nicht nur wir Menschen, sondern auch Tiere brauchen Orte, an denen sie möglichst ungestört verweilen und vielleicht sogar bleiben dürfen. Wäre es nicht schön, wenn unsere Gärten nicht nur uns Menschen, sondern auch Tieren dies bieten könnten? Zumal Besuche von Igeln, Schmetterlingen oder Vögeln im Garten den meisten von uns ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Eine naturnahe Gartengestaltung und -pflege ist der Schlüssel für mehr tierische Besucher in unseren Gärten.

Igel (und viele andere Tiere) freuen sich über wilde Ecken im Garten (© Jörg Helfenstein)
Igel (und viele andere Tiere) freuen sich über wilde Ecken im Garten (© Jörg Helfenstein)

Kleine Veränderungen mit grosser Wirkung

Ein bestehender Garten muss nicht komplett neugestaltet werden, um einen wichtigen Beitrag gegen die Biodiversitätskrise zu leisten. Bereits kleine Anpassungen in Pflege und Gestaltung können viel bewirken. Gerade in der Gartenpflege kann oft «weniger» mehr sein: weniger Aufräumen im Herbst kann ein Schlüssel sein, damit sich heimische Tiere wohl fühlen und den Winter in unserem Garten verbringen. Weniger Schädlingsbekämpfung führt zu mehr Nützlingen wie Marienkäfer, Flor- und Schwebefliegen im Garten, die sich auf Blattläuse stürzen. Gartenelemente wie Ast-, Totholz- oder Steinhaufen bieten vielen Kleinlebewesen Lebensräume. Ob diese Elemente diskret in einem hinteren Gartenecken oder prominent im Sichtbereich neben der Terrasse platziert werden, liegt im Ermessen der Besitzer – den Tieren ist dies egal. Kann eine Rasenfläche (teilweise) zu einem Blumenrasen oder gar einer Blumenwiese umgestaltet werden? Nektar und Pollen der Blumen wären vielen Insekten eine dringend benötigte Nahrungsquelle.

Auch ein Streifen mit Wildstauden im Rasen kann ein Anfang sein (© Jörg Helfenstein)
Auch ein Streifen mit Wildstauden im Rasen kann ein Anfang sein (© Jörg Helfenstein)

Jede Fläche, ob klein oder gross, kann dazu beitragen, die Umgebung lebendiger, grüner und artenreicher zu gestalten. Bereits auf Balkonen oder Fenstersimsen lassen sich Wildblumen, Kräuter oder einheimische Stauden in Töpfe und Kisten pflanzen. Solche blühenden Mini-Oasen locken Wildbienen, Schmetterlinge und andere Insekten an, bringen Farbe ins Quartier und schaffen kleine Naturpunkte. Auf Gartenflächen bieten naturnahe Beete, einheimische Hecken oder ein Haufen aus Ästen und Laub Verstecke und Nahrungsplätze für Vögel, Igel und andere Kleintiere. Unversiegelte Bodenpartien, in denen einheimische Samen ausgesät werden, wirken wie Magneten für Leben und verbinden benachbarte Grünräume miteinander.

Hausrotschwanz
Hausrotschwanz mit erbeuteter Raupe: Vögel machen einen Garten nicht nur lebendiger, sondern helfen auch Schädlinge unter Kontrolle zu halten. (© Michael Gerber / Birds-online.ch)

Auch Wasserflächen bereichern jeden naturnah gestalteten Garten und ziehen zahlreiche Tiere an. Egal, ob als grosser Teich im Garten oder als kleiner Miniteich auf dem Balkon: Wasser ist für viele Tierarten unverzichtbar – sei es als Lebensraum, zur Fortpflanzung oder als willkommene Trinkstelle. Darüber hinaus profitieren viele Tiere indirekt von Teichen und Feuchtflächen, indem sie sich von den dort lebenden Kleinlebewesen ernähren.

Mit grösseren Flächen lassen sich weitere ökologische Möglichkeiten umsetzen: Rasenflächen in bunte Blumenwiesen verwandeln, Gehölze und Sträucher pflanzen, Sandflächen oder Trockensteinmauern anlegen – all dies schafft spezialisierten Arten neue Lebensräume. Auf Gebäuden oder Vorbauten können begrünte Dächer entstehen, die hoch über dem Boden zu Oasen für Insekten, Vögel und Pflanzen werden, gleichzeitig das Klima regulieren und Regenwasser zurückhalten. Dort, wo zuvor versiegelte Flächen vorhanden sind, kann durch naturnahe Beläge oder Pflanzflächen Wasser wieder versickern und Lebensräume können zurückkehren.

Weitere Informationen und Beratung

Wer sich inspirieren lassen möchte, findet unter www.aufleben-natur.chviele nützliche Informationen und Vorschläge zur konkreten Umsetzung. Eine kostenlose Beratung via E-Mail oder am Telefon bietet die Gartenberatung «Natur daheim», auf Wunsch wird auch eine Beratung vor Ort angeboten, siehe biodiversitaet.tg.ch

Jörg Helfenstein, Natur- und Vogelschutzverein Aadorf

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