Beitrag aus der REGI Die Neue von Freitag, 10. Januar 2025
mit freundlicher Genehmigung durch die Redaktion.
Bild: Michael Gerber
Wann ist der richtige Zeitpunkt für den Heckenschnitt?
Gute Gründe für den Heckenschnitt
Der Heckenschnitt ist ein Thema, das oft kontrovers diskutiert wird. Es gibt nachvollziehbare Gründe, eine Hecke zu schneiden:
- Sicherheitsaspekte: Überhängende oder abgestorbene Äste können eine Gefahr darstellen.
- Gesetzliche Vorgaben: Hecken dürfen beispielsweise Straßen oder Gehwege nicht behindern.
- Platzbedarf: In städtischen Gebieten kann der Rückschnitt erforderlich sein, um den begrenzten Raum effizient zu nutzen.
Doch wann ist der beste Zeitpunkt für einen Rückschnitt, und wie lässt sich dies mit ökologischen Zielen in Einklang bringen?
Schutz der Tierwelt und der Brutzeit
Obwohl es keine gesetzlichen Verbote gibt, Hecken während der Brutzeit zu schneiden, empfiehlt der Natur- und Vogelschutzverein Aadorf, dies zu vermeiden. Zwischen März und September könnten Nester zerstört, der Brutprozess gestört und Vögel ihrer Nahrungsquelle beraubt werden. Hecken bieten gerade in dieser Zeit wertvolle Lebensräume für die einheimische Tierwelt.
Der ideale Zeitpunkt für den Rückschnitt
Jetzt steht schon bald der optimale Zeitpunkt für einen Heckenschnitt bevor: der späte Winter. In dieser Phase, kurz vor Beginn der Vegetationsperiode, befinden sich die Pflanzen in der Ruhephase. Der Vorteil: Der Schnitt stört weder das Frühjahrswachstum noch den Brutzyklus der Tiere. Gleichzeitig sind bis dahin verbliebene Früchte für Vögel noch als Nahrung verfügbar, was bei einem Schnitt im Spätherbst nicht mehr der Fall wäre. Alternativ bietet sich der Herbst an, um Pflanzen nach dem Sommer Erholung zu gewähren und sie auf den Winter vorzubereiten. In beiden Fällen können auch abgestorbene oder kranke Triebe entfernt werden.
Die ökologischen Auswirkungen eines Heckenschnitts
Der Heckenschnitt hat nicht nur praktische, sondern auch ökologische Auswirkungen. Besonders dichte, ältere Hecken bieten wertvolle Nistplätze und Rückzugsorte. Ein unachtsamer oder zu häufiger Schnitt kann diese Lebensräume zerstören und das ökologische Gleichgewicht nachhaltig beeinträchtigen.
Einige Pflanzenarten, wie Schlehen oder Weiden, benötigen wenig Eingriffe, um sich natürlich zu entfalten. Häufiges Schneiden hemmt ihr Wachstum und verhindert die Bildung von Fruchtständen und Samen, die für Vögel und Insekten als Nahrung essenziell sind.
Bild: Nils Gohmert (weiden-zaun.de – 7 Schritte zum lebenden Weidenzaun)
Die Bedeutung einheimischer Hecken
Einheimische Hecken bereichern Gärten nicht nur optisch, sondern auch ökologisch. Arten wie Weißdorn, Schlehe, Wildrose, Liguster und Haselnuss sind besonders robust und gut an das heimische Klima angepasst. Sie bieten das ganze Jahr über Abwechslung: Im Frühling faszinieren sie mit Blütenpracht, im Winter setzen leuchtende Früchte farbige Akzente und dienen Vögeln als Nahrung. Durch die Kombination verschiedener Pflanzenarten entstehen Hecken, die Lebensraum und Schutz für zahlreiche Tiere bieten.
Die Wahl einheimischer Pflanzen fördert nicht nur die Artenvielfalt, sondern unterstützt auch die Integration der Hecke in die natürliche Flora. Gleichzeitig sorgt eine naturnahe Gestaltung für ein harmonisches Gleichgewicht zwischen Mensch und Natur.
Bild: jfrankebo (Wikipedia.org – Kopfweide)
Junge Weiden aus Naturschutzgebieten – eine nachhaltige Option
In bestimmten Naturschutzgebieten, wie der Briner Kiesgrube in Aadorf, müssen junge Weiden regelmäßig ausgestochen und entfernt werden, um einen ökologisch gewünschten Zustand aufrechtzuerhalten. Dieser Eingriff ist notwendig, um der natürlichen Sukzession entgegenzuwirken und die Artenvielfalt zu fördern. Würden wir dies nicht tun, würde diese Wiese «verwalden». Die dabei anfallenden jungen Weiden eignen sich hervorragend, um naturnahe Hecken oder lebendige Sichtschutzwände zu gestalten. Interessierten bieten diese Pflanzen gerne kostenlos an. Bitte wenden sie sich bei Interesse per Mail an vizepraesident@nvaadorf.ch, dann teilen wir Ihnen gerne mit wann und wo Sie sich bedienen dürfen.
Weiden sind nicht nur pflegeleicht, sondern auch äußerst vielseitig. Sie können sie ohne weiteres in ihrer natürlichen Form belassen oder als Kopfweide genutzt werden. Beim regelmäßigen Schnitt der Kopfweide, wird ihre charakteristische Form erhalten und dabei können schöne Weidenruten für die Weiterverarbeitung oder als Brennholz gewonnen werden. Der Rückschnitt fördert ihr Wachstum und sorgt dafür, dass sie stabil und gesund bleiben. Zudem bieten sie sowohl im Sommer als auch im Winter ästhetische und ökologische Vorteile. Ihre Blüten locken Bienen und andere Insekten an, während ihre Zweige Lebensraum für Vögel bieten. Im Winter stechen sie durch ihre elegante Form hervor und dienen vielen Tieren weiterhin als geschützte Rückzugsorte. Aus den Weidenästen können auch wunderschöne lebendige Zäune geschaffen werden, die ähnlich wie die Kopfweide regelmässig neue Weidenruten bilden, die entweder für eine höhere Dichte eingeflochten oder gewonnen werden können.
Nadja Dietrich, NV Aadorf
mit freundlicher Unterstützung von Chat GPT


