Zeitung | Dorfzytig Aawangen-Häuslenen – NVAadorf – Der Verein für Alle

Beitrag aus der Dorfzytig Aawangen – Häuslenen von Samstag, 25. Januar 2025
mit freundlicher Genehmigung durch die Redaktion.

Hier finden Sie die komplette Ausgabe 01/25.

Der Verein wurde eingeladen in der Dorfzytig Aawangen-Häuslenen in loser Serie Artikel zu Themen rund um den Naturschutz zu veröffentlichen. In diesem allerersten Beitrag möchte sich allerdings der Verein zuerst einmal selbst vorstellen.

Über den Verein

Seit seiner Gründung anfangs der 1930er Jahre ist der Natur- und Vogelschutzverein Aadorf (NVA) ein lokaler Fürsprecher und Akteur für die Natur in unserer politischen Gemeinde. Auf kantonaler Ebene ist der Verein dem Thurgauer Vogelschutz TVS und auf nationaler Ebene dem Schweizer Vogelschutz SVS / BirdLife Schweiz angeschlossen.

Mit unseren ca. 140 Einzel-, Familien- und Firmenmitgliedern setzen wir uns für mehr Natur in der politischen Gemeinde Aadorf ein. Wir wollen die einheimische Fauna und Flora tatkräftig unterstützen, denn die Natur braucht Flächen und naturnahe Strukturen zur Erhaltung der Arten.

Als lokal tätiger Verein leisten wir wichtige Naturschutzarbeit. Wir legen überall dort Hand an, wo die Natur eine Chance haben soll, und bearbeiten neue, interessante Projekte. Um diese Projekte realisieren zu können, sind wir auf unsere Mitglieder angewiesen. Sie geben uns den nötigen Rückhalt, um unseren Anliegen zum Durchbruch zu verhelfen. Unsere freiwilligen Arbeitseinsätze und unsere Exkursionen unter fachkundiger Leitung lassen alle Teilnehmer/innen neue Kenntnisse der einheimischen Natur erfahren.

Der Vorstand

Seit 2021 wird der NVA durch Rolf Sennhauser zusammen mit Vizepräsidentin Nadja Dietrich präsidiert. Nadja Dietrich amtiert zudem auch als Aktuarin und Vereinsadministration. Als Kassiererin konnte der Verein vor kurzem Brigitte Gallucci gewinnen. Weitere Vorstandsmitglieder sind Jörg Helfenstein, Ueli Theiler sowie Thomas Haller.

Rolf Sennhauser
Präsident Rolf Sennhauser
Nadja Dietrich
Vizepräsidentin Nadja Dietrich

Unsere Aktivitäten

Mit der Unterstützung unserer Mitglieder betreut der NVA diverse naturnahe Flächen auf dem Gemeindegebiet. Auf dem Gelände der ehemaligen Briner-Kiesgrube (Aadorf) befindet sich ein Amphibienschutzgebiet unter kantonaler Obhut. Im Auftrag des Kantons hält der Verein die Blumenwiese frei vom Bewuchs durch die sich aus der Umgebung versamenden Weiden. Auf dem Gelände befinden sich des Weiteren Tümpel für die Zielarten Kreuzkröte und Gelbbauchunken welche jährlich im Herbst geleert und im späten Frühjahr wieder gefüllt werden müssen.

Epidalea calamita
Kreuzkröte mit der typischen hellen Längslinie auf dem Rücken

Bild: Christian Fischer (Wikipedia)

Bombina variegata
Gelbbauchunke mit dem charakteristischen gelben Bauch

Bild: Kathy2408 (Wikipedia)

Ebenfalls vom Verein gepflegt wird das Gelände Steig neben und vor dem Schiessplatz Aadorf (im Besitz der Gemeinde Aadorf). Hier befinden sich zwei Weiher, welche in den letzten Jahren stark mit Schilf zugewachsen sind. Im vergangenen Jahr wurden die Gewässer durch die Gemeinde ausgebaggert und stehen damit Amphibien wieder als Laichgewässer zur Verfügung. Im Anschluss an die Erdarbeiten wurde auf den umliegenden Flächen durch die Firma ETAVIS aus Frauenfeld eine Biodiversitätsfläche mit Gräsern und Blumen eingesät. ETAVIS übernimmt in den kommenden 3 Jahren den Unterhalt der Flächen.

Gemeinsames Mittagessen nach getaner Arbeit in der Steig

Bild: Patrice Schlegel (ETAVIS)

Dem NVA selber gehören 2 Parzellen, die er im Sinne der Natur unterhält. Dies sind die Chüefersweid (Guntershausen), ein lichtes Waldstück mit einem Weiher, und der Aawandel (Wittenwil), ein Waldstück, welches der Verein mehrheitlich sich selbst überlässt.

Arbeiten in der Chüefersweid

Neben der Gebietspflege betreut der NVA auf dem Gemeindegebiet über 340 Nistkästen welche von 9 Rayonverantwortlichen jeweils im Spätherbst/frühen Winter geputzt werden. Alte, kaputte Nistkästen werden repariert oder nötigenfalls ersetzt. Ebenso gehört das Führen einer Statistik über die Vogelarten die in den Nistkästen gebrütet haben dazu. Meist sind dies Meisenarten, es kommen aber auch eher seltene Vögel wie Trauerschnäpper und Wasseramseln in der Statistik vor. Ganz besonders freuen uns die diversen Turmfalkennester auf dem Gemeindegebiet wie die auch schon vorgekommenen Bruten von Schleiereulen.

Ficedula hypoleuca
Männlicher Trauerschnäpper

Bild: Michael Gerber (birds-online.ch)

Cinclus cinclus
Wasseramsel mit Beute

Bild: Michael Gerber (birds-online.ch)

Eine Aktivität, welche der NVA vergangenen März durchführen durfte, war eine Heckenpflanzung beim Hänkiturm. Die Besitzerin des Turms hatte den Verein angefragt, ob nicht Interesse bestünde, eine Hecke mit einheimischen Sträuchern zu pflanzen. So kam es, dass unsere Mitgliedern bei schönstem Sonnenschein 60 einheimische Sträucher pflanzen durften. Nach getaner Arbeit stand ein reichhaltiger Zvieri für alle Helfer bereit.

Vor dem Pflanzen erklärte Geri Schwager den Anwesenden das korrekte Vorgehen.
Danach hiess es in die Hände spucken und mit anpacken

Ein weiteres, aktuelles Projekt, welches der NVA 2024 zusammen mit der Gemeinde und der Arbeitsgruppe Energiestadt in Angriff genommen haben, ist die naturnahe Bepflanzung der Blumentröge beim Gemeindehaus Aadorf. Ganz nach dem Motto «jeder Quadratmeter zählt» sollen auch kleinste Flächen für die Biodiversität aufgewertet werden. Mit der Neubepflanzung der Tröge geht es nicht darum die Biodiversitätskrise zu meistern, es geht darum ein Zeichen zu setzen und auf das Thema aufmerksam zu machen. Vielleicht ist dies dem einen oder anderen ein Anstoss über die eigene Gartengestaltung nachzudenken. Auf unserer Webseite sind unter «Projekte» Portraits der verwendeten Pflanzen zu finden.

Gewöhnliche Küchenschelle (Pulsatilla vulgaris)

Bild: LoggaWiggler (Pixabay)

Gemeine Ochsenzunge (Anchusa officinalis)

Bild: b52_Tresa (Pixabay)

Ebenfalls 2024 konnten der Verein dank der freundlichen Unterstützung durch die Energiestadt Aadorf damit beginnen alle 2 Monate in den Aadorfer-Grossauflagen der «Elgger-Aadorfer Zeitung» und «Regi die Neue» Artikel zu naturnahen Themen zu veröffentichen. Bislang erschienen Beiträge zu Amphibien im Siedlungsraum, der naturnahen Bepflanzung auf dem Gemeindeplatz, zu Gebäudebrütern, Igel im Winter und Alternativen zu Schottergärten. Diese Artikelserie wird 2025 weitergeführt.

Veranstaltungen

Neben den Vereinsaktivitäten, bei denen unsere Mitglieder die Möglichkeit bekommen selbst Hand anzulegen, plant der NVA auch Veranstaltungen bei denen der Wissensaustausch und nicht zuletzt die Geselligkeit im Vordergrund stehen.

Unserer diplomierte Feldbotanikerin Edith Hermann hat im vergangenen Jahr drei botanische Exkursionen angeboten. So stand im März ein Waldrundgang rund um die Karthause Ittingen auf dem Programm. Im Mai konnten wir das Biodiversitätsgebiet Totentäli bei Winterthur Wülflingen erleben. Die letzte botanische Exkurksion ins Hochmoor bei Hemberg musste leider auf unbestimmte Zeit verschoben werden.

Jeweils an Auffahrt findet die traditionelle Vogelstimmenexkursion statt. Um den Beginn des Vogelkonzerts nicht zu verpassen, trafen sich die Frühaufsteher unter den Vereinsmitgliedern um 5 Uhr beim Parkplatz Freibad Aadorf. Unter der kundigen Führung des Ornithologen Andrej Binz lauschten wir den verschiedenen Vogelrufen und erlebten das Erwachen der Natur. Spätaufsteher konnten sich ab 8 Uhr zum Bräteln mit geselligem Beisammensein bei der Eisweiherhütte anschliessen.

Im Juni hat der NVA zusammen mit Unterstützung der GRÜNEN Bezirk Münchwilen eine Veranstaltung zum Thema der invasiven Neophyten organisiert. Im Fokus stand die Sensibilisierung der Teilnehmer zum Thema und so blieben die Teilnehmer immer wieder stehen und horchten den Informationen welche Jörg Helfenstein mitbrachte. Natürlich durften beim Rundgang die Teilnehmenden das einjährige Berufkraut, die kanadische Goldrute sowie das drüsige Springkraut ausreissen und korrekt in den mitgebrachten Neophytensäcken der KVA Thurgau und das ZAB entsorgen.

Erigeron annuus
Berufkraut

Bild: André Ducry (OV Sursee)

Impatiens glandulifera
Springkraut

Bild: Christa Glauser (BirdLife Schweiz)

Invasive Neophyten wie das einjährige Berufkraut (links) oder das Drüsige Springkraut (rechts) sind auch in unserer Gemeinde weit verbreitet.

Unser Fledermausexperte Thomas Haller hat im Juni zu einer Exkursion um das Kloster Tänikon eingeladen. Nach einer Einführung in die Biologie der Fledermäuse wurden die nachtaktiven Tiere mit dem Bat-Detektor hörbar gemacht und konnten in der Dämmerung beim schnellen Flug beobachtet werden. Jeweils im August findet im Rahmen der internationalen «Batnight» eine weitere Abendveranstaltung zum Thema «Fledermäuse» statt.

Unser letzter Anlass im vergangenen Jahr war die Nistkastenreinigung. Um unseren jüngsten Vereinsmitgliedern eine der Arbeiten des NVA etwas näher zu bringen war dieser Anlass als Familienevent geplant. Anfangs gab Nadja Dietrich eine Einleitung zu den verschiedenen Nestern, die unsere einheimischen Vögel bauen. Danach ging es los mit der von Geri Schwager geführten Tour rund um den Eisweiher. Gross und Klein schaute gespannt, was da wohl in den Vogelhäusern zu finden ist. Im Anschluss lud der Verein zum gemeinsamen Bräteln bei der Eisweiherhütte ein. Während die Kinder auf das Essen warteten, spielte Nadja mit ihnen noch ihr selbst zusammengestelltes Vogelstimmenquiz mit 11 Vögel, die bei uns im Dorf anzutreffen sind (auf unserer Webseite unter Projekte zu finden). Die Erwachsenen konnten später noch ihr ornithologisches Wissen mit einem Vogelrekordquiz testen.

Gespannt lauschten die Teilnehmer den Ausführungen von Geri Schwager
Nadja Dietrich hatte ein tolles Vogelstimmenquiz zusammengestellt

Selbst aktiv werden

Der NVA ist froh um jedes Mitglied und freut sich ganz besonders über Neuzugänge. Vielleicht besteht sogar Interesse Verantwortung für ein Rayon (Schutzgebiet oder Nistkasten) zu übernehmen oder gar im Vorstand mitzuwirken? Im Vorstand sind aktuell noch drei Ressorts vakant: «Amphibien und Reptilien», «Jugend und Familie» sowie «Ornithologie».

Wir würden uns freuen, mehr Mitglieder aus Aawangen und Häuslenen zu unserem Verein zählen zu dürfen!

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